Allergisch?







Wer denn nicht ?
... gegen Modeschmuck, Kleidung, Medikamente,
Hausstaub, Kosmetika, Waschmittel, Lebensmittel,
Blütenstaub, ja selbst gegen so harmlose Sub-
stanzen wie Milch oder Getreide reagieren zu-
nehmend Menschen mit Niesanfällen, Hautaus-
schlägen und entzündeten Atemwegen, als gelte
es den schlimmsten Bazillus zu vertreiben.
Warum
diese Empfindlichkeit gegen die Substanzen unserer
Umgebung ?
Neben erblicher Veranlagung sind für die Allergiean-
fälligkeit im wesentlichen drei Gebiete zu unterscheiden:
· der Bereich des Lebendig-Organischen
· das Gebiet physischer Stoffe
· seelische Ursachen
Der Bereich des Lebendig-Organischen
Jüngst veröffentlichte Forschungen über Allergien in
Ost- und Westdeutschland kommen zu dem erstaun-
lichen Ergebnis, daß der Anteil an Allergikern, die
nach 1960 geboren wurden, im Westen über 100%
höher liegt als im Osten. Und dies trotz mehr Luft-
schadstoffen, stärker verunreinigten Gewässern und
scheinbar schlechteren Wohn-, Lebens- und Arbeits-
bedingungen gegenüber dem Westen.
Als Grund für diesen Unterschied wird der westliche
Lebensstil verantwortlich gemacht, mit seinem hohen
Verkehrsaufkommen, seinen gut isolierten und gleich-
mäßig beheizten Teppichboden-Wohnungen, seinen
vorbeugenden Hygienemaßnahmen und Schutz-
impfungen..., kurz, die Kinder im Osten, die in ein-
facheren Lebensverhältnissen aufgewachsen sind,
die früh in der Kinderkrippe alle erdenklichen Kinder-
krankheiten, Parasitenbefall und Infektionen durch-
gemacht haben, treten mit einem körpereigenen Ab-
wehrsystem in die Welt, das auf körperfremde Stoffe,
die durch die Haut und die Schleimhäute eindringen,
gesünder reagiert, als das ihrer Altersgenossen im
Westen.
Denn als neugeborenes Kind bringen wir kein eigenes
Abwehrsystem (Immunsystem) mit. Die ersten Monate
sind wir durch die Abwehrstoffe in der Muttermilch ge-
schützt. Später muß der Körper selbst lernen, durch
Überwinden von Krankheiten und durch die Auseinander-
setzung mit der Nahrung, sich gegen fremde Stoffe zu
schützen und diese in angemessener Weise in körper-
eigene zu verwandeln.
Bei den fremden Stoffen im Bereich des Lebendig-
Organischen handelt es sich v.a. um pflanzliche und
tierische Eiweißstoffe wie Blütenpollen, Waschmittel-
enzyme oder Bakterien, Pilze, Viren, die vom Körper
vollständig abgebaut werden müssen.
Das Gebiet physischer Stoffe
Doch auch das besttrainierte Immunsystem ist hilflos
wenn es gilt, körperfremde, tote Stoffe als solche zu
entlarven und unschädlich zu machen.
Wer erinnert sich nicht an DDT, ein hochwirksames,
nicht abbaubares Insektenvertilgungsmittel, das sich
ungehindert, ohne merkbare Symptome, in mensch-
liches und tierisches Fett-Gewebe einlagert und an-
reichert. Seine Gift-Wirkung entfaltet es erst dann,
wenn in Krankheitssituationen Fettgewebe abgebaut
wird, das Gift in den Stoffwechsel gelangt und zu einer
deutlichen Abnahme der Immunreaktionen führt.
Die Fülle der synthetisierten Stoffe, die wir in Form von
Konservierungsmitteln, Farbstoffen, Duftstoffen, Metall-
verbindungen, Emulgatoren u.a. über die Haut und die
Verdauung aufnehmen, ist enorm.
All diese Stoffe sind selbstverständlich als völlig unschäd-
liche Zusatz- und Hilfsstoffe gesetzlich zugelassen, da
eine akute Giftwirkung nicht vorhanden ist.
Wie sich solche Stoffe aber im menschlichen Organismus,
im Wechselspiel mit anderen Substanzen, verhalten, bleibt
dabei unberücksichtigt.
In diesen Bereich gehören auch manche Inhaltsstoffe der
üblichen Wasch- und Reinigungsmittel:
agressive und schwer abbaubare Tenside machen die
Haut durchlässig für Fremdstoffe und können dadurch
z.B. zu allergischen Hautausschlägen und Ekzemen führen.
Andere Waschmittel-Inhaltsstoffe wie Phosphate, syn-
thetische Farb- und Duftstoffe, greifen langfristig das
Nervensystem an und sind Verursacher von Konzen-
trationsschwäche und motorischer Unruhe, - bekannt
als hyperkinetisches Syndrom bei Kindern.
Oder optische Aufheller, die Nesselausschläge und
Ödeme, bei Sonneneinwirkung auf die Haut (Photo-
allergie), auslösen können.
Im Gegensatz zu den lebendigen Eiweißstoffen, erzeu-
gen tote, synthetische Substanzen fast nie akute Reak-
tionen, sondern führen langfristig zu chronischen Allergie-
erkrankungen, die oft nicht mehr auf ihre eigentlichen
Ursachen zurückführbar sind.
Seelische Allergie
Was sich im Umgang mit fremden Stoffen als über-
steigerte Abwehrreaktion im allergischen Krankheits-
geschehen äußert, ist jedem von uns auch als seelischer
Vorgang bekannt : zB. unverständliche Handlungsweisen
oder spezifische Eigenarten Anderer, die uns zu gereizter
Kritik, Unduldsamkeit und Ablehnung treiben.
Auch hier fällt unsere Reaktion auf Gegebenheiten der
Umgebung, wie bei der Allergie, übersteigert heftig und
abwehrend aus.
Wie Seelisches auf Körperliches wirkt mag im einzelnen
physiologisch nicht ohne weiteres erklärbar sein, daß
aber viele Krankheiten ihren Ausgang im Seelischen
haben, ist inzwischen auch Bestandteil schulmedizinischer
Erkenntnisse.
Die Neigung zur Kritik und wenig Fähigkeit zu liebevoller
Hinwendung, verbunden mit zunehmender Individuali-
sierung, ist Zeitphänomen.
Dem parallel geht eine epidemieartige Zunahme aller-
gischer Erkrankungen, die inzwischen fast jeden zweiten
Bürger der westlichen Industrieländer erfaßt hat.
Es gibt im Grunde keinen Stoff mehr, gegen den einzelne
nicht mit Allergien reagieren können. Selbst harmlose
Substanzen sind davon nicht ausgenommen.
Jedoch kann einer Sensibilisierung für Allergieanfälligkeit
vorgebeugt werden, wenn auf denaturierte Nahrungsmittel,
synthetisch behandelte Textilien und fragwürdige Wasch-
mittel und Kosmetika verzichtet wird und vor allem im
Kindesalter sich die Abwehrkräfte stärken können.